Was ein Micro-SaaS ist
Micro-SaaS ist keine Technik, sondern eine Entscheidung über den Umfang: eine Webanwendung, die einen einzigen Ablauf vollständig abdeckt, statt viele Abläufe halb. Ein Kernbildschirm, an dem täglich gearbeitet wird, zwei oder drei Rollen, ein Export, der jemanden außerhalb des Systems zufriedenstellt. Alles andere fällt weg.
Der Unterschied zu einer internen Tabelle ist der Betrieb: Login, Rechte, Sicherungen, eine nachvollziehbare Historie, Updates. Der Unterschied zu einem großen Standardsystem ist, was fehlt – und dass das Fehlende Absicht ist.
Weil der Umfang klein bleibt, bleibt auch die Entscheidung klein. Man kann ein Micro-SaaS bauen, ein Jahr benutzen und wieder abschalten, ohne dass ein Unternehmen daran hängt.
Wann es die Tabelle schlägt
Solange eine Person die Datei pflegt und niemand sie prüft, ist die Tabelle unschlagbar. Sie kostet nichts, kann alles und ist sofort da.
Sie kippt an drei Stellen. Erstens bei mehreren Bearbeitern: Ab der zweiten Person brauchen Sie Rechte und einen Stand, auf den sich alle beziehen. Zweitens bei Nachweisen: Wenn jemand wissen will, wer einen Wert wann geändert hat, hilft keine Versionshistorie im Dateinamen. Drittens beim Abtippen: Wenn dieselbe Zahl mehrfach von Hand wandert, zahlen Sie den Preis jeden Monat neu, nur nicht als Rechnung.
Ein brauchbarer Test: Zählen Sie, wie viele Minuten pro Woche jemand damit verbringt, Daten von einer Stelle an eine andere zu übertragen oder zu korrigieren. Multiplizieren Sie das mit einem Jahr. Diese Zahl ist das Budget, über das sich reden lässt.
Wann Standardsoftware die bessere Wahl ist
Wenn Ihr Ablauf derselbe ist wie bei tausend anderen Betrieben, kaufen Sie ihn. Lohnbuchhaltung, Kassensysteme, Buchhaltung, klassisches CRM: Dort gibt es ausgereifte Produkte, die zehn Jahre Regeländerungen hinter sich haben. Diese Arbeit noch einmal zu bezahlen, ist teuer und riskant.
Eigenbau lohnt sich dort, wo Sie von der Norm abweichen – und die Abweichung Ihr Geschäft ist. Meist merkt man das daran, dass die Standardlösung zwar läuft, aber jeden Monat ein Export in eine Tabelle wandert, in der die eigentliche Arbeit passiert.
Häufig ist die richtige Antwort beides: Standard für das Übliche, ein Micro-SaaS für die Abweichung, dazwischen eine Schnittstelle.
Was der Betrieb wirklich verlangt
Der Bau ist der kleinere Teil. Danach beginnt das, was Software am Leben hält: Updates für Laufzeiten und Bibliotheken, Sicherungen, die auch wiederherstellbar sind, Überwachung, Fehlerbehebung, Anpassung an Regeln, die sich ändern.
Dazu kommen Pflichten, an die beim Start selten jemand denkt: Wer darf welche Daten sehen? Wie lange werden sie aufbewahrt? Was passiert, wenn ein Mitarbeiter geht? Wo liegen die Daten, und wer kann sie herausgeben, wenn jemand Auskunft verlangt?
Deshalb steht Betrieb bei uns als eigener, monatlich kündbarer Posten und nicht im Kleingedruckten. Wer den Betrieb im ersten Angebot verschweigt, verschiebt ihn nur auf Ihre Seite.
Wie wir dabei vorgehen
Zuerst schneiden wir zu. Aus allem, was Ihr Ablauf enthält, wird eine Version, die einen Kernweg vollständig bedient – und eine Liste dessen, was bewusst nicht dazugehört. Diese Liste ist genauso wichtig wie die Funktionsliste, weil sie den Preis bestimmt.
Dann bauen wir daraus einen klickbaren Prototyp, an dem Sie sehen, ob wir Sie verstanden haben. Erst wenn das stimmt, entsteht die verbindliche Schätzung für den Bau. Code und Rechte gehen mit der Bezahlung an Sie; ob wir danach betreiben, entscheiden Sie separat.
Wie der erste Schritt aussieht, können Sie hier ausprobieren: Beschreiben Sie Ihren Ablauf in einem Satz, und die Skizze zeigt Ihnen Oberfläche, Datenmodell und Fahrplan für ein mögliches Produkt. Eine Skizze, kein Angebot – aber ein ehrlicher Anfang.